1.1. Mysticism – the Path of Meditation and Prayer
The inner path to becoming one with God is the realm of mysticism, which could also be described as the path of prayer.
Why then meditation? The simplest answer is that the prerequisite for deep prayer is the ability to gather oneself, and through meditation, one attains this ability.
The deep prayer of the saints and mystics takes place on a different level than the conventional spoken prayer.
It is pure prayer in the spirit. It goes beyond the mind or psyche – that is, beyond intellect, feeling, and will. It occurs on the level of the spirit, where no thinking takes place anymore.
Any ordinary thought would disturb the intimate closeness to God.
To achieve this, one must learn to let go of all thoughts, feelings, and desires of the mind.
The more you let go, the closer you are to God.
We must reach the zero point of the mind... This is the standard that enables us to become a complete object of God... The zero point is a similar state to what Buddhists experience in Zen meditation.
1.2. Definitionen von Mystik
Der Ausdruck Mystik (von altgriechisch μυστικός mystikós ‚geheimnisvoll‘, zu myein ‚Mund oder Augen schließen‘) bezeichnet Berichte und Aussagen über die Erfahrung einer göttlichen oder absoluten Wirklichkeit sowie die Bemühungen um eine solche Erfahrung.
-- Wikipedia --
Mystik ist im Volksmund als Einswerden mit Gott oder dem Absoluten bekannt, kann sich aber auch auf jede Art von Ekstase oder verändertem Bewusstseinszustand beziehen, dem eine religiöse oder spirituelle Bedeutung beigemessen wird.
Sie kann sich auch auf die Erlangung von Einsicht in ultimative oder verborgene Wahrheiten und auf die durch verschiedene Praktiken und Erfahrungen unterstützte menschliche Transformation beziehen.
-- Wikipedia – übersetzt aus der englischen Version --
1.3. Äußere und innere Dimension des Glaubenslebens
Pater Bernhard, ein *Zisterziensermönch und Priester, sagt Folgendes:
Die Theologie und die Sakramente sind wie eine äußere Schale, die bereits etwas vom inneren Kern verrät. Der innere Kern ist die mystische Erfahrung mit Gott. Die Schale weist auf den Kern hin, aber wir können die Schale nicht "essen."
Unser Glaubensleben umfasst Handlungen wie das Studium heiliger Schriften, den Besuch von Glaubensveranstaltungen, die Ausübung von Ritualen, das Sprechen von Gebeten sowie religiös motivierte Aktivitäten zum Wohle anderer.
Dies bezeichnen wir als einen religiösen Lebensstil.
All diese Handlungen haben eine äußere und eine innere Dimension.
Pater Bernhard veranschaulicht dies mit der Metapher einer Schale und eines Kerns:
Das Äußere kann uns zum Inneren führen, doch das Innere ist der direkte Zugang zu Gott.
Oft begnügen sich religiöse Menschen mit der Schale und hören auf, nach dem Kern zu suchen. Gelegentlich machen sie indirekte Erfahrungen mit Gott, etwa durch Gebetserhörungen: Wir beten, und etwas geschieht, das wir als Antwort Gottes deuten.
Die direkte Erfahrung hingegen ist die mystische Erfahrung mit Gott.
Hier erleben wir seine Präsenz und Liebe unmittelbar in unserem Inneren.
Mystik ist die reale Erfahrung der geistigen Wirklichkeit des lebendigen Gottes.
Der mystische Weg ist ein innerer Pfad, auf dem wir Gott direkt erfahren und eins mit ihm werden.
1.4. Die praktische Dimension der Mystik
Die Erfahrungen und Erkenntnisse der Mystik wurden über Jahrtausende gesammelt und weitergegeben.
Es gibt keine verborgenen Geheimnisse – man muss lediglich an den richtigen Stellen suchen, die richtigen Bücher lesen und Menschen treffen, die diesen Weg kennen.
Mystik lehrt uns einen praktischen, konkreten Weg, wie wir eins mit Gott werden können.
Es ist der Weg, den Menschen in verschiedenen Religionen über Jahrtausende gegangen sind.
Mystik ist die Kunst des Gebets – der Weg, Gott im Inneren zu suchen und zu finden.
Zugang zum Geist und zum wahren Selbst
Auf dem mystischen Weg erhalten wir Zugang zu unserem Geist.
Wir erkennen, dass wir nicht unser Denken und Fühlen sind, sondern dass unser wahres Selbst Geist ist.
Dieses Geistige Selbst lernen wir konkret zu erfahren.
Wir bekommen Zugang zu dem, was wir als Geistiges Gemüt und Herz bezeichnen – Bereiche, die uns im herkömmlichen Bewusstsein oft verschlossen bleiben.
Mystik sucht den direkten Zugang zu Geist und Gott, der reiner Geist ist.
Begriffe wie „Erfüllt sein mit dem Heiligen Geist“, „Einheit von Geist und Körper“ oder „direkte Herrschaft Gottes“ werden dadurch konkreter erfahrbar.
Am Ende führt uns die Mystik zu unserem wahren Selbst und offenbart uns die Überraschung des Seins.
1.5. Was ist Mystik noch?
- Mystik ist keine Philosophie, keine Theologie und keine Ideologie.
- Mystik entspringt der Erfahrung und der Erleuchtung.
- Mystik ist eine empirische Wissenschaft über den inneren Weg zu Gott.
- Sie basiert auf den Erfahrungen und Erkenntnissen der Mystiker und Heiligen, gesammelt über Jahrtausende hinweg.
- Mystik eröffnet einen praktischen und konkreten Weg, uns innerlich weiterzuentwickeln.
- Sie ist die Kunst des Gebets.
- Sie ist der Weg, Zugang zu unserem geistigen Gemüt und Herzen zu finden.
- Sie ist der Pfad, unser wahres Selbst zu entdecken.
- Sie ist der Weg, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden.
- Sie ist der Weg zur Einheit von Geist und Körper.
- Mystik führt zur direkten Herrschaft Gottes.
Mystik und Theologie im Vergleich
Mystik ist keine Philosophie oder Ideologie, denn diese entstehen aus dem Denken.
Im Denken können wir alles konstruieren, auch ohne etwas zu beweisen. Auch Theologie ist keine Naturwissenschaft. Es gibt zahlreiche sich widersprechende Theologien. Jeder kann grundsätzlich glauben, was er will.
Theologie soll geistige Wahrheiten beschreiben.
Ihre Wurzeln liegen in den mystischen Erfahrungen von Religionsgründern – in Offenbarungen, Erleuchtungen oder direkten Erkenntnissen.
Aus diesen tiefen Erlebnissen wurden später theologische Systeme entwickelt, die in Lehren gefasst und weitergegeben wurden.
Da sich diese Erfahrungen jedoch nicht beliebig wiederholen oder direkt weitergeben lassen, sind theologische Aussagen oft auf Interpretation und Glauben angewiesen.
Mystik: Ein Weg zur direkten spirituellen Erfahrung
Mystik hingegen basiert auf eigener Erfahrung.
Sie geht davon aus, dass geistige Wahrheiten nicht nur überlieferbar, sondern durch bestimmte innere Voraussetzungen und Praktiken direkt erfahrbar sind.
Wer eine bestimmte Haltung einnimmt, sich öffnet, seine innere Einstellung kultiviert und Praktiken ausübt, macht konkrete Erfahrungen – unabhängig von Zeit, Kultur oder Religion. Es ist unerheblich, ob jemand diesen Weg vor Tausenden von Jahren oder heute geht, ob er Christ, Buddhist, Muslim oder Anhänger einer anderen Religion ist.
In diesem Sinne ist Mystik eine empirische Wissenschaft.
Wer es schafft, sich Gott nahe zu fühlen, kann erforschen, was diese Nähe verstärkt oder was sie wieder verschwinden lässt. Auf dieser Grundlage entsteht eine religiöse Ethik – aus der Erfahrung der Liebe Gottes.
In der Nähe zu Gott spüren wir, was Sünde ist und was Tugend bedeutet.
1.6. Der Unterschied zwischen Mystik und Mysterium
Definitionen von chatGPT
Mystik ist der Glaube oder das Streben nach einer direkten, persönlichen Erfahrung des Göttlichen oder der ultimativen Wirklichkeit, oft durch innere Kontemplation oder spirituelle Praktiken.
Mysterium bezeichnet etwas, das schwer oder unmöglich zu verstehen oder zu erklären ist, oft verbunden mit verborgenen Wahrheiten oder unerklärlichen Phänomenen.
Die beiden verwandten Begriffe werden oft synonym verstanden, doch es gibt einen großen Unterschied zwischen ihnen.
Für jemanden, der mystisch unerfahren ist, bleibt die Mystik vollständig geheimnisvoll. Jemand, der jedoch direkten Zugang zum Geist gefunden hat, wird viele Dinge erfahrbar und durch Erleuchtung offenbart.
Die Realität und Wirklichkeit des Geistes wird für ihn greifbar und real.
Mystik ist ein konkreter Weg und eine Praxis, durch die man neue Erfahrungen macht und eine tiefgreifende innere Veränderung erlebt.
Andererseits bleibt Gott für das menschliche Bewusstsein immer mysteriös und nicht vollständig erfassbar.
Wir bewegen uns auf einem Weg, um die mysteriöse Wirklichkeit dieses Universums immer mehr persönlich zu erfahren und zu begreifen. Dies geschieht durch eine Erweiterung des Bewusstseins, die neue Formen der Wahrnehmung eröffnet.
Ihr werdet ein neues, dreidimensionales Gefühl erleben, das ihr niemals vorher empfunden habt.
1.7. Weitere Perspektiven auf die Mystik
Religionsgründer und Reformatoren waren Mystiker
Alle Religionsgründer und religiösen Reformatoren waren Mystiker mit konkreten, persönlichen Erfahrungen mit Gott.
Sie haben diese Erfahrungen gelehrt und daraufhin Lehren sowie Gedankengerüste – Theologien – entwickelt. Diese Lehren wurden von anderen aufgenommen, gelernt und geglaubt. Daraus folgte das Praktizieren des Glaubens.
Das Praktizieren des Glaubens sollte zu eigenen mystischen Erfahrungen führen.
Doch viele Gläubige bleiben im Glauben und im ethischen Leben stehen. Sie vertiefen sich nicht ausreichend ins Gebet und machen keine eigenen direkten Erfahrungen mit dem Geist und der Liebe Gottes.
Mystik ist ein Forschungsgebiet
Wie sich die Vorsehung Gottes weiter entfaltet, so kann auch die Mystik sich weiterentwickeln.
Es ist ein reiches Forschungsgebiet, das sich mit der persönlichen Erfahrung des Einzelnen befasst, der diesen Weg geht. Erfahrungen und Erleuchtungen können gesammelt, strukturiert und für die mystische Praxis genutzt werden.
Der mystische Weg braucht viel Motivation
Ein strukturierter Überblick über den Weg, die Erfahrungen fortgeschrittener Praktizierender und eine klare Vorstellung einer funktionierenden, individuell anpassbaren Praxis wirken sehr motivierend.
Motivation ist ein zentrales Thema auf dem mystischen Weg.
Alles zieht unsere Aufmerksamkeit von Gott weg – die Anforderungen des Lebens, die Aufgaben des Alltags, die Verlockungen der Freizeit und die Medien.
All dies lenkt unser Bewusstsein nach außen und von Gott ab. Sogar religiöser Aktivismus kann uns vom Weg des Gebets abhalten.
Die Voraussetzung für ein fundiertes Gebetsleben ist jedoch, Gott mehr zu suchen als alles andere und die tiefe Sehnsucht nach Gott zu wecken.
Dafür müssen wir uns immer wieder neu motivieren.
Dabei helfen uns mystische Schriften und Gemeinschaften von Menschen, die diesen Weg gemeinsam gehen.
1.8. Verschiedene Arten von Religionen
Mein Glaube ist, dass alle Religionen von Gott inspiriert wurden – in verschiedenen Kulturen, zu unterschiedlichen Zeiten und mit verschiedenen Zwecken oder Schwerpunkten.
Als moderne Menschen können wir nicht mehr sagen: „Ich glaube alles, was aus meiner Religion stammt, und nichts, was aus anderen Religionen kommt.“
Auf dem Weg zu Gott sollten wir von allem lernen, was von Gott kommt.
Religionswissenschaftlich unterscheidet man zwischen den Buchreligionen und den mystischen Religionen.
Abrahamische Religionen – Religionen des Buches:
- Judentum
- Islam
- Christentum
Bedeutenste mystische Religionen
- Hinduismus
- Buddhismus
Die beiden Schwerpunkte der Religionen
Mystische Religionen
Bei den mystischen Religionen stehen Meditation und Gebet im Mittelpunkt.
Sie konzentrieren sich auf den inneren, persönlichen Weg zu Gott. Die Inhalte der Schriften dienen dabei als Anleitung.
Der Glaube bezieht sich hier darauf, dass jeder Mensch in der Lage ist, Gott zu finden. Dieser Glaube bietet eine starke Motivation auf dem Weg.
Auf diesem Weg erfahren die Gläubigen die Erleuchtung der Wahrheit. Die Ethik entsteht aus der inneren Erleuchtung und der Erfahrung mit dem Heiligen Geist.
Letztlich geht es darum, aus der Liebe Gottes zu leben, der man sich nähert.
Gebetspraxis – Gotteserfahrung – Ethisches Leben und Nächstenliebe
Buchreligionen
Bei den Buchreligionen sind die Schriften und der Glaube an diese von zentraler Bedeutung. Daraus entspringt die Ethik, nach der gelebt werden soll. Neben den Sakramenten und Glaubensritualen ist die Nächstenliebe die bedeutendste Praxis.
Wahrheit – Glaube – Ethisches Leben und Nächstenliebe
Hier können wir erkennen, dass die Buchreligionen eher von außen angehen, durch das Verstehen, während die mystischen Religionen mehr durch innere Gotteserfahrung wirken.
Beides ergänzt sich auf dem Weg.
1.9. Zweck der Religionen aus der Perspektive der Vorsehung Gottes
Aus der Perspektive der Vorsehung Gottes, wie sie im GP (Göttliches Prinzip) verstanden wird, könnte man den besonderen Zweck des Judentums und des Christentums als die Wiederherstellung der Blutslinie Gottes begreifen, die beim Sündenfall verloren ging.
Daraus entsteht ein sündenloser Mensch, ein zweiter Adam und letztendlich eine zweite Eva.
Durch die „Anpfropfung“ kann der Mensch wieder in einem sündenlosen Zustand, wie vor dem Sündenfall, hergestellt werden.
Der besondere Zweck der mystischen Religionen ist es, den Menschen persönlich wiederherzustellen und ihn zu einem Zustand der Geist-Körper-Einheit und inneren Einheit mit Gott zu führen.
Laut dem GP sollte der Mensch idealerweise die Geist-Körper-Einheit erreicht haben und bis zum Ende der Wachstumsstufe herangereift sein, um dann den Messias zu treffen.
Hier findet die Anpfropfung an die Blutslinie Gottes statt und die himmlische Ehesegnung. Auf dieser Grundlage wächst der Mensch als Paar und Familie durch die Vollendungsstufe zu himmlischen Geistern heran.
Diese beiden Fundamente der mystischen und der Buchreligionen führen letztendlich zusammen zu dem großen Ziel der Wiederherstellung:
Menschen in direkter Herrschaft Gottes, die als Familien, Stämme und Nationen das Himmelreich auf Erden bilden.
Der Kern seiner (Sun Myung Moon) Lehre war der Wunsch, jede Person zu führen, um eine gottzentrierte Einheit von Geist und Körper zu erreichen - ein göttliches Gleichgewicht des Selbst als Sohn oder Tochter Gottes.
Auf dieser Grundlage lehrte er uns die nächste Stufe, die Segnung, bei der zwei Menschen als verheiratetes Paar in vollständiger Harmonie und Liebe zusammenkommen.
1.10. Die beiden Bereiche Wahrheit und Geist im Christentum
Kirche – Wahrheit und Glaube
Ähnlich wie es die Unterscheidung zwischen Buchreligionen und mystischen Religionen gibt, finden wir auch in jeder Religion diese beiden Bereiche.
Ein Beispiel hierfür ist das Christentum. In der Kirche, mit ihren Klerikern und Laien, wird die Wahrheit und Ethik gelehrt.
Die Gläubigen glauben an diese Wahrheit und praktizieren sie. Was sie verstehen und anerkennen, versuchen sie im Leben zu verwirklichen. Verstand, Gefühl und Wille – die wesentlichen Instrumente der Psyche oder des Gemüts – spielen dabei eine zentrale Rolle.
Kloster – Heiliger Geist
Die Klöster mit ihren Nonnen und Mönchen repräsentieren den mystischen Bereich.
Gebet und Kontemplation sind die zentralen Elemente der Praxis. Das Ziel ist es, selbst ein Tempel Gottes zu werden.
Hier stehen der Geist Gottes und das Leben im Heiligen Geist im Mittelpunkt.
Dies repräsentiert die beiden Bereiche Wahrheit und Geist.
1.11. Die unterschiedlichen Ansätze von Wahrheit und Geist
Wahrheit und Glaube
Im Bereich der Wahrheit liegt der Fokus zunächst darauf, die Wahrheit zu erkennen und zu durchdringen.
Der Gläubige durchläuft einen Prozess, in dem er durch Erkenntnis das Göttliche Prinzip immer tiefer verinnerlicht. Aus dieser Erkenntnis erwächst die Praxis der Nächstenliebe.
Die Veränderung der Gesellschaft geschieht durch das Lehren und Vorleben der Wahrheit.
Die Menschen sollen die Wahrheit verstehen, annehmen und in ihrem Leben verwirklichen.
Dabei wird auf die verwandelnde Kraft der Wahrheit vertraut.
Geist und Mystik
Im Bereich des Geistes liegt der Fokus zunächst darauf, selbst ein liebender Mensch zu werden, in dem der Heilige Geist wohnt.
Der Königsweg ist das Gebet im Geiste – die ständige Kontemplation. Es geht darum, das immerwährende Gebet zu werden.
Aus der Liebe Gottes im eigenen Herzen folgt die Praxis der Nächstenliebe.
Die Veränderung der Gesellschaft geschieht durch das Lehren des mystischen Weges, was Menschen inspiriert, denselben Weg zu gehen.
Die Mystik vertraut auf die Kraft des Gebets.
Der Glaube der orthodoxen Einsiedler Mönche ist, dass durch einen Menschen, der den Heiligen Geist in sich trägt, Tausende von Seelen gerettet werden.
1.12. Die Balance zwischen Wahrheit und Geist
Sun Myung Moon betont, dass es eine Balance zwischen Wahrheit und Geist geben sollte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Methode der Wahrheit das Studium, den Glauben und die Praxis umfasst. Die Methoden des Geistes sind Meditation, Gebet und Achtsamkeit. Daraus folgt selbstverständlich eine ähnliche Lebensweise.
Der Unterschied liegt darin, dass die Handlungen hier nicht primär aus dem Verstehen, sondern aus dem Heiligen Geist initiiert werden.
Wahrheit beginnt eher äußerlich, während Geist einen inneren Fokus hat.
If you want to preach for one hour, you must pray for eight hours.
Der Fokus des Ansatzes durch Wahrheit liegt auf der persönlichen Verantwortung, die aus dem Verständnis der Wahrheit erwächst.
Der Ansatz des Geistes hingegen vertraut auf das Erlangen der Gnade Gottes und auf das Wirken Gottes selbst.
Die Verantwortung besteht hier darin, die Voraussetzungen für dieses Wirken zu schaffen.
Im Göttlichen Prinzip wird erklärt, dass zur Verwirklichung des Willens Gottes 95 % der Verantwortung bei Gott liegen und 5 % beim Menschen. Diese 5 % erfordern vom Menschen jedoch vollen Einsatz – also 100 % Hingabe innerhalb seines Verantwortungsbereichs.
Dennoch dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass das Wirken Gottes den weitaus größeren Teil ausmacht. Verantwortung und Vertrauen müssen in einer ausgewogenen Balance stehen.
Was bedeutet Vertrauen in der mystischen Herangehensweise?
Vertrauen bedeutet, eine innere Haltung einzunehmen, die nicht auf das eigene Wirken zentriert ist. „Ohne mich könnt ihr nichts tun“ – Jesus Christus.
Eine Haltung der Demut und Offenheit gegenüber Gott ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Gott wirken kann.
Wenn der Geist Gottes in uns wohnt, erfahren wir seine Führung direkt im Herzen. Wir orientieren uns weniger am analytischen Denken, sondern folgen mehr den Impulsen des Herzens.
Der mystische Weg ist ein Weg der inneren Transformation, der uns zunehmend befähigt, uns der Führung Gottes anzuvertrauen.
Dabei geben wir ein Stück Kontrolle über unser Leben an Gott ab – im Vertrauen auf sein Wirken und seine Liebe.
Gott vertrauen lernen im Gebetsweg
Im Gebet des Geistes lernen wir, Gott staunend zu betrachten – vergleichbar mit dem Blick in den Himmel in der Sehnsucht, eine Sternschnuppe zu sehen.
Niemand weiß, wann sie erscheint, und niemand kann ihr Erscheinen beeinflussen. So kommt auch die Gnade Gottes zu ihrer Zeit und auf ihre Weise.
Das liegt nicht in unserer Hand.
Unsere liebevolle Hinwendung zu Gott ist jedoch die Voraussetzung, um diese Gnade empfangen zu können.
Auf dem Weg des Gebets wird das Verharren in dieser Haltung und das vertrauensvolle Warten zu einem Teil des geistlichen Weges. Die Zeit, die wir bis zum Erhalt der Gnade ausharren – manchmal auch durchleiden –, ist eine Form der Wiedergutmachung.
Wie schon dargelegt, ist es wesentlich, dass persönliche Verantwortung mit einem tiefen Vertrauen in Gottes Führung im Gleichgewicht bleiben.
1.13. Wahre Liebe
Wahre Liebe ist keine menschliche Liebe, sie ist Gottes Liebe.
Die Liebe, die du in der geistigen Welt teilst, ist nicht weltliche menschliche Liebe, sondern wahre Liebe.
Ohne mit dem Heiligen Geist erfüllt zu sein, können wir keine wahre Liebe geben.
Menschliche Liebe ist immer bedingt. Wir fühlen nicht die gleiche Liebe zu einem Menschen, den wir mögen, und zu einem Menschen, der uns verletzt und angreift.
Die Liebe Gottes ist wie die Sonne. Sie strahlt bedingungslos auf alles. Sie richtet sich genauso an den übelsten Menschen wie an den besten und liebevollsten Heiligen.
Wenn du die Sonne anschaust, wisse, dass sie die Lebenselemente des gesamten Universums symbolisiert, und lerne die Liebe Gottes von ihr.
Göttliche Liebe – jenseits menschlicher Emotion
Auf dem mystischen Weg erfahren wir die Liebe Gottes direkt in unserem Inneren – eine Liebe, die nicht aus uns selbst entspringt, sondern aus Gott.
Wir werden mit der Liebe des Heiligen Geistes erfüllt.
Diese Liebe hat eine andere Qualität als die menschliche Liebe, die aus unseren eigenen Emotionen hervorgeht.
Sie strahlt für jeden Menschen, für jedes Wesen und alle Geschöpfe.
Wir sollten uns bewusst machen, dass die Religionen von Menschen gegründet wurden, die Zugang zu dieser göttlichen Liebe hatten. Es war nicht ihre eigene, menschliche Liebe, sondern die Liebe Gottes, die durch sie wirkte.
Es ist möglich, aus dem Verständnis der Wahrheit über die Liebe Gottes zu predigen. Doch durch Studium und Verstand allein finden wir noch keinen Zugang zur göttlichen Liebe.
Dafür braucht es eine religiöse Praxis, die uns durch eine innere Transformation führt.