2.1. Geist-Körper-Einheit
In diesem Kapitel möchte ich anhand des mystischen Begriffs „Geist-Körper-Einheit“, wie er im Göttlichen Prinzip verwendet wird, die verschiedenen Ebenen des menschlichen Wesens differenzieren.
Viele Missverständnisse in religiösen Betrachtungen entstehen dadurch, dass wir die Ebenen in uns nicht klar unterscheiden können.
Der Begriff hat zudem das Potenzial, buddhistische und christliche Blickwinkel zu verbinden.
Geist-Körper-Einheit im Göttlichen Prinzip
Im Göttlichen Prinzip wird die Geist-Körper-Einheit, ausgerichtet auf Gott, als der Zustand der persönlichen Vollkommenheit betrachtet.
Diese Vollkommenheit ist nicht nur eine ethische oder moralische Praxis, sondern auch die Einheit mit Gott oder die Manifestation des unsichtbaren Gottes im Menschen. Gott, der menschliche Geist und Körper werden eins.
Vollkommenheit im christlichen Verständnis
Im christlichen Kontext wird die Vereinigung mit Gott als göttliche Vollkommenheit verstanden. Dies bedeutet, im Einklang mit Gottes Willen zu leben und nach geistiger Reinheit sowie moralischer Vollkommenheit zu streben.
Im orthodoxen Christentum geht diese Vollkommenheit jedoch noch weiter: Sie wird nicht nur als ethische Lebensweise verstanden, sondern als die
Vergöttlichung des Menschen.
Dieser Prozess, bekannt als Theosis, beschreibt die geistige Transformation, durch die der Mensch zunehmend die göttliche Natur in sich aufnimmt und in vollkommenem Einklang mit Gott lebt.
Geist-Körper-Einheit im buddhistischen Verständnis
Im Buddhismus bedeutet Erleuchtung ein geistiges Erwachen, das durch vollkommene Achtsamkeit gekennzeichnet ist.
Im Zustand der Erleuchtung erwacht das Bewusstsein, dass das individuelle Ich eine Illusion ist und wir mit allen Wesen eins sind. In diesem Zustand manifestiert sich der erwachte und mit allem verbundene Geist im Körper, wodurch Geist und Körper in vollständiger Einheit miteinander wirken.
Im nicht erleuchteten Zustand hingegen ist der Geist nicht vollständig im Körper manifestiert, und der Mensch wird von seinem verblendeten Ego und den illusionären Vorstellungen des Selbst gesteuert.
Eine vereinfachtes Verständnis
In der Vereinigungsbewegung wird die Geist-Körper-Einheit oft stark vereinfacht als Körperkontrolle und die Willenskraft, das Gute zu tun, interpretiert.
Dies rührt daher, dass hier der Begriff rein aus der wahrheitsorientierten Perspektive betrachtet wird – Wahrheit verstehen und danach handeln – und nicht aus mystischer Sicht.
Wenn wir uns mit diesem Verständnis zufriedengeben, bleibt uns die Tür zum wahren Verständnis der Geist-Körper-Einheit verschlossen.
In der Folge finden wir auch keinen Zugang zu einer tiefgreifenden inneren Transformation und einer wirkungsvollen mystischen Praxis.
Die zentrale Frage beim Verständnis des Begriffs „Geist-Körper-Einheit“ ist:
Was genau ist mit „Geist“ gemeint?
Der Geist soll auf Gott ausgerichtet sein und gegenüber dem Körper die Subjektposition einnehmen.
Bei der Kontrolle des Körpers stehen jedoch meist der Verstand mit seinem Prinzipienwissen und der gute Wille im Vordergrund.
Beide – Verstand und Wille – sind zwar Bestandteile des Gemüts, gehören aber nicht zwangsläufig zum Geist.
2.2. Was ist Geist im Begriff Geist-Körper-Einheit?
Werfen wir einen Blick auf den Ursprung des Begriffs „Geist“, wie er im Zusammenhang der Geist-Körper-Einheit verwendet wird.
Wenn wir den ursprünglichen koreanischen Begriff für „Geist“ untersuchen, kommen wir zum chinesischen Begriff „xin 心“, der dem sino-koreanischen Begriff „Shim“ in „Shim-jeong“ entspricht oder dem ursprünglichen koreanischen Wort „Ma-eum“. Im Göttlichen Prinzip wird die Einheit von Geist und Körper als die Einheit von Ma-eum (Herz-Geist) und Mom (Körper) bezeichnet.
Religionswissenschaftler D.Z.
Dies eröffnet eine tiefere Perspektive: Der Begriff „Geist“ – (im Englischen: „mind“ im Kontext der „mind-body-unity“) – ist im Göttlichen Prinzip (GP) besser als „Herz-Geist“ zu verstehen.
Das spirituelle Herz jedoch ist kein Bestandteil des Gemüts, sondern des geistigen Selbst.
Es bildet das Zentrum des geistigen Gemüts, welches wiederum der innere Teil des geistigen Selbst ist.
Was ist die allgemeine Bedeutung von Gemüt im Göttlichen Prinzip?
Im Kontext des Göttlichen Prinzips bezieht sich der Begriff „Gemüt“ auf die grundlegenden Aspekte des Verstands, Gefühls und Willens.
Die grundlenden Aspekte des Gemüts sind Verstand, Gefühl und Wille.
Diese Aspekte bilden das, was in herkömmlicher Sprache als „Psyche“ bezeichnet wird.
Die Psyche ist der Bereich des Menschen, der von der Psychologie erforscht wird.
2.3. Ist die menschliche Psyche das Geistige Gemüt?
Betrachten wir einen entscheidenden Hinweis aus einer Ansprache von Sun Myung Moon.
Menschen könnten verwirrt sein und denken, dass das Gemüt der Geist ist. Das Gemüt ist kein Teil der geistigen Welt. Aufgrund des Falls hat das Gemüt keine Beziehung zur geistigen Welt.
Dieses Zitat verdeutlicht, dass das konventionelle Gemüt nicht Teil des spirituellen Selbst ist.
Im Göttlichen Prinzip lernen wir jedoch, dass das Geistige Gemüt tatsächlich Teil des spirituellen Selbst ist, welches zur geistigen Welt gehört.
Daraus können wir schließen, dass in diesem Zusammenhang der Begriff „Gemüt“ sich auf die allgemein verstandenen Funktionen von Intellekt, Emotion und Willenskraft bezieht – die menschliche Psyche.
Wir lernen, dass dies nicht notwendigerweise Teil des spirituellen Selbst ist.
In anderen Reden wiederum bezieht sich der Begriff „Gemüt“ auf das geistige Gemüt, das ein Teil des geistigen Selbst ist.
Es scheint, dass der Begriff „Gemüt“ in den Ansprachen von Sun Myung Moon nicht immer die gleiche Bedeutung hat.
Erforschen wir nun das Gemüt als menschliche Psyche und das Geistige Gemüt.
2.4. Sind Denken und Fühlen Geist?
Die Antwort auf diese Frage ist komplex und verlangt eine Unterscheidung zwischen verschiedenen Ebenen des menschlichen Seins:
Tiere und ihre Natur
Tiere haben grundlegende Gefühle wie Freude, Angst, Ärger und Trauer.
Im GP wird erklärt, dass Tiere zwar eine „innere Natur“ besitzen, jedoch kein „Geistiges Selbst“ wie der Mensch. Sie können einfache Denkprozesse durchführen und haben ein Gedächtnis, aber keine Seele und kein Geistiges Selbst wie der Mensch.
Wir können also annehmen, dass alle Grundgefühle und Denkprozesse im Körper und Gehirn erzeugt werden können, ohne dass ein Geistiges Selbst und ein Geistiges Gemüt vorhanden sein müssen.
Das menschliche Gehirn
Das menschliche Gehirn ist das am höchsten entwickelte Gehirn im Tierreich.
Wir können daher erwarten, dass es in der Lage ist, komplexere Denkprozesse durchzuführen und differenziertere Emotionen hervorzubringen als das Gehirn eines Tieres.
Trotz seiner Leistungsfähigkeit bleibt das menschliche Gehirn jedoch ein körperliches Organ und somit Teil des physischen Körpers.
Es ist nicht identisch mit dem „geistigen Selbst“. Das Gehirn verarbeitet Informationen und erfüllt damit eine körperliche Funktion, während der Geist eine tiefere, immaterielle Dimension des Seins darstellt.
2.5. Sind Denken und Fühlen Geist, betrachtet aus der Perspektive der menschlichen Erfahrung?
Betrachten wir die Frage, woher unser Denken und Fühlen stammt, aus der Perspektive menschlicher Erfahrung.
Automatisches Denken
Automatisches Denken während der Meditation
In der Meditation erkennen wir sehr deutlich, dass Denken ständig automatisch von statten geht, ohne eine bewusste intension.
Dieses Denken hält uns von einer tiefen Meditation und dem Zugang zu unseren tiefen Wesensaspekten und zu Gott ab.
Automatisches Denken während des Tages
Wenn wir den Alltag aufmerksam beobachten, erkennen wir, dass der größte Teil unseres Denkens ohne bewusste Entscheidung einsetzt.
Es wird entweder durch äußere Reize wie Informationen oder Wahrnehmungen oder durch innere Prozesse im Gemüt automatisch angestoßen. Diese Art des Denkens könnte durchaus vollständig im menschlichen Gehirn erzeugt werden.
Diese Form des Denkens steuert und vereinnahmt unser Bewusstsein maßgeblich.
Sie erschwert es uns, achtsam zu bleiben und somit den Zugang zu unserer tieferen Wesensebene zu finden.
Wollen wir uns für ein höheres Bewusstsein öffnen, müssen wir uns von diesem unbewussten Denken lösen.
Dies entspricht der Erfahrung von Mystikern aller Religionen.
Doch wie verhält es sich mit bewusst initiiertem Denken?
Ob es einer tieferen Ebene des Seins, dem Geistigen Gemüt, entspringt, hängt stark vom individuellen Zustand ab. Im Zustand der Geist-Körper-Einheit ist das Geistige Gemüt führend und initiierend gegenüber dem Physischen Gemüt.
Ist unser Geist jedoch noch nicht stabil etabliert, verlieren wir durch das ständige Denken und Reflektieren unsere Achtsamkeit und verfangen uns darin.
Daher ist es schwer vorstellbar, dass dieses Denken tatsächlich aus unserem eigenen Geist hervorgeht.
Ebenen von Gefühlen
Ähnlich verhält es sich mit Gefühlen.
Affekte sind unmittelbare Reaktionen auf Erfahrungen – ein Phänomen, das auch bei Tieren auftritt.
Dies ist also eventuell ohne das Vorhandensein eines Geistigen Gemüts möglich.
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Gehirnforschung und Psychologie zeigen übereinstimmend, dass viele unserer Verhaltensweisen und Reaktionen von unbewussten Mustern gesteuert werden.
Diese Muster sind – grob gesagt – in den Strukturen und Funktionsweisen des physischen Gehirns verankert.
Der Geist hat ein körperähnliches Element und ein gemütsähnliches Element (Geistiges Gemüt). Der Teil, der dem Gemüt des Geistes ähnelt, ist in der Geistigen Welt verankert. Er steht immer in Beziehung zu Gott. Das gemütsähnliche Element des Geistes kommt ohne eine Beziehung zu Gott nicht ins Dasein.
Es ist wichtig zu verstehen, dass Geist und Gemüt zwei verschiedene Dinge sind. Das gefallene Gemüt hat keine Beziehung zu Gott. Es hat sich von ihm entfernt. Gott kann weder mit dem gefallenen Gemüt in Beziehung treten noch seine direkte Herrschaft über es ausüben.
Hieraus wird deutlich, dass das Geistige Gemüt mit Gott in Verbindung steht, während das herkömmliche Gemüt – also Verstand, Gefühl und Wille – eines gefallenen Menschen keine Verbindung zu Gott hat.
Es scheint, dass die Funktionen der menschlichen Psyche nicht notwendigerweise zum Geistigen Gemüt gehören. Sie sind zwar Funktionen des Gemüts, aber nicht unbedingt des „Geistes“, wie Sun Myung Moon erklärt.
Es gibt eine weitere spirituelle Ebene des Gemüts mit den Funktionen von Intellekt, Emotionen und Willen, die Teil des spirituellen Selbst sind – das Geistige Gemüt.
Der Beginn der Suche nach dem Geistigen Gemüt
All diese Überlegungen ließen mich daran zweifeln, ob unser herkömmliches Denken, Fühlen und Wollen tatsächlich aus unserem Geist und dem Geistigen Gemüt entspringen.
Das führte mich auf die Suche nach einer Antwort auf die Frage, was das Geistige Gemüt wirklich ist.
Wie können wir es erkennen, unterscheiden oder in uns finden?
Wenn wir nur über das Geistige Gemüt Zugang zu Gott haben, dann ist das für unser Glaubensleben von zentraler Bedeutung.
2.6. Das Geistige Gemüt
Hier folgt ein Zitat von Sun Myung Moon.
Jedoch, wenn spirituelle Energie in uns wohnt und das Erwachen unseres Geistigen Gemüts hervorruft, vereinen sich unser Geist und Körper auf natürliche Weise. Bis diese Art von Revolution in uns stattfindet und bis wir den Ursprung erkennen, der alles von der Wurzel her korrigieren kann, haben wir keinen Weg, das Ideal zu finden.
Fazit aus diesem Zitat:
- Das geistige Gemüt muss zuerst erwachen.
- Das Erwachen des geistigen Gemüts ist eine innere Revolution.
- Durch diese Revolution können wir den Ursprung (Gott) entdecken.
- Mit dieser Erfahrung kann alles von der Wurzel her korrigiert werden.
- Wenn das geistige Gemüt erwacht, vereinen sich Geist und Körper auf natürliche Weise.
- Dies ist der Weg, wie Geist und Körper vereint werden – nicht durch bloße Willenskraft.
Hieraus wird deutlich dass wir unser Geistiges Gemüt erst erwecken müssen bzw. einen Zugang dazu entwickeln müssen. Dies verlangt eine spirituelle Praxis.
Zusammenfassung
Wir haben gelernt, dass das physische Gemüt, das unser Gehirn repräsentiert, grundsätzlich in der Lage ist, Emotionen und Gedanken zu erzeugen, ohne dass ein spirituelles Selbst oder ein Geistiges Gemüt erforderlich ist.
Das Geistiges Gemüt ist ein tieferer Aspekt der menschlichen Existenz.
Das Geistiges Gemüt ist nicht notwendigerweise aktiv in unserer menschlichen Psyche, die den Intellekt, die Emotionen und den Willen enthält.
Das Geistiges Gemüt muss erweckt werden, um die spirituelle Realität vollständig in unserem menschlichen Geist und unserer Psyche zu etablieren.
Dies ist eine innere Revolution, die unseren Zustand grundlegend verändert. Dies kann nicht alleine durch Willenskraft getan werden.
2.7. Das Geistige Gemüt: Eine Tiefere Ebene des Seins erforschen
Wir haben begonnen zu ergründen, dass es im Menschen zwei Ebenen von Denken, Fühlen und Wollen gibt. Im Folgenden wollen wir einige Anhaltspunkte sammeln, die uns das Geistige Gemüt näherbringen.
Anhaltspunkte aus mystischen Lehren
Der griechisch-armenische Mystiker Georges I. Gurdjieff erklärt, dass es im Menschen höhere Zentren für Denken und Fühlen gibt, auf die gewöhnliche Menschen nur begrenzten Zugang haben.
Dies könnte das Geistige Gemüt im Göttlichen Prinzip widerspiegeln.
Sun Myung Moon erwähnte, dass, wenn das Geistige Gemüt erwacht, man ein dreidimensionales Gefühl erlebt, wie man es zuvor nie empfunden hat.
Dies deutet darauf hin, dass es eine andere Ebene von Gefühlen gibt als die, die wir in der menschlichen Psyche kennen.
Diese haben ihren Ursprung im Geistigen Gemüt.
Erfahrungen mit einer tieferen Ebene
In tiefer Meditation eröffnet sich ein direkterer Zugang zu einer anderen Art des Denkens. Diese wird gewöhnlich als Intuition bezeichnet und entspringt einer tieferen Ebene unseres Wesens.
Diese höhere Form des Denkens kann in einem Zustand der Achtsamkeit in unser bewusstes Denken hineinwirken.
Erfahrungen der Mystiker zeigen, dass sie Gefühle erleben, die gewöhnliche Menschen nicht erfahren.
- Im Zustand der Erleuchtung fühlen sie sich mit allen Wesen tief verbunden.
- Wenn sie mit dem Heiligen Geist erfüllt werden, empfinden sie eine Liebe, die sie in Qualität und Intensität noch nie zuvor erfahren haben.
- Zudem wird von einer inneren Freude berichtet, die unabhängig von der Erfüllung unserer Bedürfnisse ist – eine Freude, die aus dem tiefen Inneren kommt.
Fazit
Abschließend können wir sagen, dass es durchaus eine tiefere, spirituelle Ebene von Denken und Fühlen gibt.
Zu dieser Ebene hat jedoch nicht jeder Mensch direkten Zugang.
Sie wirkt möglicherweise stellenweise auf unser Wesen ein. Um jedoch einen direkten Zugang zu erhalten, müssen wir diese tiefere Ebene unseres Geistes in uns erwecken und uns dafür öffnen.
2.8. Eine Metapher - Teelichtglas und die Sonne
Wenn wir den Geist auf Verstand und Gefühl reduzieren und alles, was wir über den Geist lernen, durch den Filter von Verstand und Emotionen erklären, dann ist es, als ob wir die Sonne in ein Teelichtglas einsperren.
Die Sonne repräsentiert den Geist, und das Teelichtglas steht für unser Gemüt.
Wir können die wahre Dimension des Geistes und Gottes – der reiner Geist ist – nicht durch den begrenzten Rahmen von Verstand und Gefühlen unseres Gemüts erfassen.
Wir brauchen einen persönlichen direkten Zugang zu der Welt des Geistes
Der wahre Geist ist eine höhere, transzendente Realität, die nicht allein durch den Verstand oder die Emotionen erfasst werden kann.
Um diese Dimension des Geistes zu erfahren, brauchen wir einen direkten, persönlichen Zugang – einen mystischen Zugang zur Welt des Geistes, der uns jenseits von Verstand und Gefühl führt.
2.9. Ist Geist-Körper-Einheit ausgerichtet auf Satan möglich?
In Vorträgen über das GP habe ich einmal das Konzept gehört, dass die Geist-Körper-Einheit auf Gott ausgerichtet sein muss, da es auch möglich ist, eine Geist-Körper-Einheit ausgerichtet auf Satan zu haben.
Dies kann man so sehen, wenn man Geist-Körper-Einheit als reine Willenskraft versteht. Soldaten eines bösen Regimes wie den Nazis oder organisierte Verbrecher haben auch eine starke Willenskraft.
Sun Myung Moon erklärt dies jedoch folgendermaßen:
Gott, Geist und Körper bilden ein gleichschenkliges Dreieck. Je näher Geist und Körper kommen, desto näher ist man Gott.
Es gibt also keine Geist-Körper-Einheit, die uns nicht Gott näherbringt. Sonst ist es keine wahre Geist-Körper-Einheit, sondern eine Einheit zwischen dem gefallenen Gemüt und dem Körper.
Geist-Körper-Einheit ist ein spirituell höherer Zustand und Bewusstsein. Hier ist das Geistige Gemüt Subjekt über das physische Gemüt, das Gehirn und den Körper.
Wie wir im GP lesen, ist das Geistige Gemüt ist nicht von Gott trennbar und existiert nur in Verbindung mit Gott.
Hier sehen wir wieder, wie wichtig es ist zu verstehen, dass unser Gemüt nicht der Geist ist und dass unser herkömmliches menschliches Gemüt oder die Psyche und das Geistige Gemüt verschiedene Ebenen darstellen.
2.10. Motivation der Begriffsklärung
Meine Motivation für die präzise Unterscheidung und Begriffsklärung ist, dass wir uns für eine geistige Realität öffnen, die wir bislang noch nicht erfahren haben.
Dass wir uns neugierig auf eine sehr praktische Suche nach unseren Geist und dem Geist Gottes machen.
Die Idee für die Klärung kam nicht aus dem Nachdenken, sondern aus eigenen Erfahrungen, die mir offenbart haben dass es noch viel mehr zu entdecken gibt.
Das hat mir gezeigt das wir mystische Beschreibungen oft zu einfach interpretieren und lehren, weil uns der Zugang und die Erfahrungen fehlen.
Wir haben jedoch die Möglichkeit und Fähigkeit, einen persönlichen Zugang zu unserem Geistigen Gemüt und damit einen direkteren Zugang zum Geistigen Bereich und zu Gott zu finden.
Hierfür müssen wir zuerst ein erweitertes und differenzierteres Verständnis entwickeln.
Letztendlich geht es mir darum einen für jeden gangbaren Weg aufzuzeigen, die mystische Welt des Geistes real zu erleben und selbst in Resonanz mit der wahren Liebe Gottes zu kommen.