3.3. Ein Vergleich mystischer Zustände

Betrachten wir die mystischen Zustände von Menschen verschiedener Religionen, erkennen wir große Ähnlichkeiten. 

Lediglich in der Bezeichnung und Interpretation dieser Zustände gibt es Unterschiede, da die jeweiligen Konzepte und Begriffe der einzelnen Lehren verwendet werden.

Im Folgenden möchte ich die mystische Erfahrung, die im Christentum als das „Erfülltsein mit dem Heiligen Geist“ bezeichnet wird, der vollkommenen Erleuchtung im Buddhismus gegenüberstellen.

Der Zustand des Erfülltseins mit dem Heiligen Geist

Zur Betrachtung der Erfahrungen christlicher Mystiker habe ich mir eine Beschreibung von einer KI ausgeben lassen. Hier die vollständige Version des Ergebnisses:

Das Erfülltsein mit dem Heiligen Geist: Erfahrungen christlicher Mystiker

Betrachtet man die dort beschriebenen Erfahrungen, lassen sich folgende Aspekte erkennen:

   • Innere Erkenntnis und Erleuchtung
   • Nähe zu Gott
   • Direkte Erfahrung von Gottes Präsenz
   • Von göttlicher Liebe durchdrungen sein
   • Frieden und Freude
   • Einheit mit der Schöpfung

Wie christliche Mystiker erkennen, dass diese Erfahrung konkret vom Heiligen Geist kommt, wird jedoch nie eindeutig beschrieben. 

Wir könnten sie auch als eine mystische Gotteserfahrung bezeichnen, die aus dem geistigen Bereich stammt. In einer solchen Erfahrung geschieht etwas, das weder aus uns selbst noch aus der physischen Umgebung kommt. 

Es wirkt eine geistige Kraft auf uns ein, die uns Gott erfahren lässt.

Im Göttlichen Prinzip wird der Heilige Geist als die Manifestation des weiblichen Geistes Gottes verstanden. Die Liebe Gottes, die wir in einem mystischen Zustand erfahren, ähnelt der mütterlichen Liebe, die uns geistig eine neue Geburt schenkt.

Gemeinsamkeiten mit der buddhistischen Erleuchtung

Gemeinsamkeiten zwischen der christlichen mystischen Erfahrung und der buddhistischen Erleuchtung finden wir in den Aspekten:

  • Erkenntnis
  • Erleuchtung
  • Liebe
  • Frieden
  • Freude
  • Einheit mit der Schöpfung bzw. mit allem

Die Einheit mit Gott wird im Buddhismus nicht definiert, da Buddha keinen persönlichen Gott wahrgenommen hat. 

Vielmehr beschrieb er die Erfahrung der Einheit mit allem. Dennoch erklärte Sun Myung Moon, dass Gott in Buddha wohnte.

Die drei zentralen Ergebnisse mystischer Erfahrungen

Die drei wichtigsten Aspekte der verschiedenen mystischen Erfahrungen sind:

  • Die Erleuchtung durch geistige Wahrheit
  • Die Erfüllung mit göttlicher Liebe
  • Die Auflösung des individualistischen Bewusstseins und die Erfahrung der Einheit mit Gott und allen Wesen

Diese Erfahrung bringt tiefen inneren Frieden und größte Freude. 

Sie gilt als Höhepunkt des Menschseins und als Ziel des persönlichen religiösen Weges.

Welches ist dieses Ziel des menschlichen Lebens?

Die Vergöttlichung. Das Einswerden des Menschen mit Gott, nicht auf äußerliche oder sentimentale Weise, sondern existentiell und tatsächlich.

Nach dieser Erfahrung folgt die Praxis der Nächstenliebe.

Betrachten wir hier einige Zeugnisse, die zeigen, dass die Wirkung der Erleuchtung, wie sie Buddhisten erleben, zur Praxis der Nächstenliebe führt.

Ein berühmtes Koan beschreibt einen Schüler, der Erleuchtung erlangt hatte und gefragt wurde:

"Was tust du jetzt, nachdem du die Wahrheit gesehen hast?"

Er antwortete:

"Ich heile die Kranken und füttere die Hungrigen."

Aspekte der Liebe in der buddhistischen Erleuchtung:

 

Buddha selbst entwickelte nach seiner Erleuchtung unermessliches Mitgefühl für alle Wesen. Deshalb blieb er in der Welt und lehrte 45 Jahre lang, obwohl er hätte ins Nirvana eingehen können.

 

Huineng sagte: „Von Natur aus sind alle Wesen Buddha. Sie sind nur durch ihre Gedanken gefangen.“ Diese Erkenntnis brachte in ihm eine tiefe Liebe zu allen fühlenden Wesen hervor.

 

Hakuin erlebte nach seiner Erleuchtung eine zweite Krise, in der er erkannte, dass echte Befreiung nur dann vollkommen ist, wenn sie mit unermesslicher Liebe verbunden ist.

ChatGPT

Fazit:

Wir haben versucht, die Beschreibung der menschlichen Erfahrung von der Interpretation zu differenzieren.

Dadurch konnten wir erkennen, dass Menschen, die einen mystischen Weg gehen – sei es im Kontext des buddhistischen oder christlichen Glaubens – ähnliche mystische Erfahrungen machen. 

Gott führt religiöse Menschen zur Erfüllung mit Wahrer Liebe und zur Einheit mit ihm. 

Einheit mit Gott bedeutet zugleich Einheit mit seiner Schöpfung und mit allen Wesen. 

Dies wurde am Beispiel der Buddhisten und Christen erörtert, gilt jedoch ebenso für Mystiker des Hinduismus, die Sufis des Islam und für alle Menschen, die den Weg zu Gott suchen.

Sun Myung Moons Betrachtung hilft uns, über die Mauern zwischen den Religionen hinauszublicken. 

Diese religionsübergreifende Perspektive ist von unschätzbarem Wert, denn sie ermöglicht es uns, die Religionen in ihrem tiefsten Inneren zu verbinden. 

Darüber hinaus lernen wir, andere besser zu verstehen, und beginnen, voneinander zu lernen.

© BLI - Thomas Schuh 2025