Als ich das Jesusgebet kennenlernte, lag es für mich nahe, es auch mit den Namen „Wahre Eltern“, „Wahrer Vater“ oder „Wahre Mutter“ zu versuchen. Mein erstes Mantra war „Wahrer Vater“.
In den ersten Wochen des Herzensgebets mit diesem Namen geschah etwas Sonderbares.
Gegen Ende der Meditationszeit verlor ich für einen kurzen Moment das Bewusstsein. In diesem Augenblick erschien mir ein Gesicht vor Augen. Kurz darauf war ich wieder hellwach. Das Gesicht war so nah, dass ich nur die Augen und die Nase sehen konnte.
Zunächst war mir nicht klar, um wen es sich handelte, obwohl das Bild noch deutlich in meinem Gedächtnis blieb. Doch plötzlich erkannte ich es: Es war das Gesicht von Sun Myung Moon im Alter von 16 Jahren.

Dieses Erlebnis überraschte mich, da ich zuvor nie eine Erscheinung hatte.
Ich deutete es damals als Ermutigung, meinen Weg fortzusetzen. Später folgten einige besondere Träume mit ihm, von denen ich einige in diesem Buch beschrieben habe.
Diese Zeichen auf meinem Weg empfinde ich als Ausdruck einer himmlischen Führung.
Das Mantra „Wahre Mutter“
Mein Verhältnis zur Wahren Mutter war in der Realität nicht immer einfach. Als öffentliche Person, die Verantwortung für die Vorsehung trägt, empfand ich sie nicht immer als eine liebende Mutter.
Doch in den Momenten, in denen ich im Gebet zum Bewusstsein der Wahren Mutter durchdrang, spürte ich plötzlich eine strahlende, reine mütterliche Liebe.
Diese Erfahrung hat meine innere Beziehung zu ihr gewandelt.
Ich stehe hier sicherlich noch am Anfang und kann bisher nicht viel aus eigener Erfahrung berichten. Auch mit ihrem neuen Namen „Holy Mother Han“, wie wir sie heute bezeichnen dürfen, habe ich erst kürzlich begonnen, in die Kontemplation zu gehen.
Das Mantra „Wahre Eltern“
Der Bezeichnung „Wahre Eltern“ wirkt auf mich neutraler und globaler. Er stellt die lebenden Personen weniger in den Vordergrund. Dennoch spüre ich die reinigende und ausrichtende Kraft dieses Wortes.
Wissenschaftliche Perspektive
Ich bin eher ein wissenschaftlich denkender Mensch als ein Gläubiger. Der Glaube an Jesus und die Wahren Eltern war für mich immer eine Herausforderung.
Heute kann man sich vergleichsweise leicht mit einer idealisierten Darstellung von Jesus identifizieren. Doch zu seiner Lebzeit war es eine viel größere Herausforderung, an ihn zu glauben. Die Gesellschaft stellte sich geschlossen gegen ihn. Es erforderte enormen Mut, sich von der Mehrheitsmeinung zu lösen und sich mit ihm zu solidarisieren – trotz der absehbaren negativen Konsequenzen.
Ähnlich war und ist es mit den Wahren Eltern in ihrer Zeit.
Aus meinen eigenen Zweifeln und aus wissenschaftlichem Interesse habe ich die mystische Erfahrung mit dem Namen der Wahren Eltern zu einem Prüfstein gemacht.
Die zentrale Frage lautete:
„Führt uns die Verbindung zu den Wahren Eltern tatsächlich schneller oder leichter in die Nähe Gottes als ohne sie?“
Ich habe für mich persönlich eine Antwort auf diese Frage gefunden.
Durch die bewusste Ausrichtung meines Geistes auf die Wahren Eltern habe ich eine rasche innere Transformation erlebt.
Innerhalb von nur vier Jahren gelangte ich zu den beschriebenen mystischen Erfahrungen – eine Gnade, die nur wenigen in so kurzer Zeit zuteilwird. Mehr noch, mir erschloss sich ein tieferes Verständnis des inneren Weges zu Gott.
Diese besondere Gnade kann ich nur auf meine Verbindung zu den Wahren Eltern zurückführen. Jeder, der mich kennt, wird bestätigen, dass es nicht an meinem außergewöhnlichen Glauben, einem besonders intensiven religiösen Leben, an Askese oder an meiner eigenen Reinheit liegen kann.
Nun stellt sich die Frage, ob dieses Ergebnis auch für andere Menschen reproduzierbar ist, wenn sie diese mystische Praxis ausüben.
Wissenschaftlich bewiesen wäre es damit noch nicht, doch es könnte mehr Menschen ermutigen, sich diese Praxis zu eigen zu machen, um für sich selbst herauszufinden, ob sie ihnen hilft, auf ihrem Weg zu Gott spürbar schneller voranzukommen.